Konferenz02.02.2022, Zoom Webinar

Dokumentation des Webinars "Planetare Gesundheit: Wie wollen wir die Zukunft gestalten?"

Mit: Prof. Dr. Dr. med. Sabine Gabrysch, WBGU, Charité – Universitätsmedizin Berlin und Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK), Dr. Catharina Boehme, Weltgesundheitsorganisation (WHO), Genf und Prof. Dr. Aletta Bonn, UFZ Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), Leipzig. Moderation: Maike Voss, Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG).

Mit Beiträgen u.a. von:
Dr. Lilian Busse, UBA-Vizepräsidentin; Prof. Claudia Hornberg, SRU-Vorsitzende; Dr. Anna-Babette Stier, Bundesministerium für Gesundheit.

Der WBGU hat kürzlich ein Impulspapier "Planetare Gesundheit – Worüber wir jetzt reden müssen" veröffentlicht. Das Ziel dieses 4-Seiters ist es, eine Diskussion über die Rolle von Gesundheit in der globalen Nachhaltigkeitspolitik anzuregen. Die aus diesem Prozess gewonnenen Einsichten sollen das derzeit in Arbeit befindliche Hauptgutachten "Gesundheit und globale Nachhaltigkeit" (Arbeitstitel) inspirieren (Veröffentlichung erste Hälfte 2023 geplant). Die öffentliche Vorstellung und Diskussion des Impulspapiers ist Teil dieses Dialogprozesses.

Programm

 

Impuls

Prof. Dr. Dr. med. Sabine Gabrysch, WBGU, Charité – Universitätsmedizin Berlin und Potsdam Institut für Klimafolgenforschung (PIK)

Panel

  • Dr. Catharina Boehme, Weltgesundheitsorganisation (WHO), Genf
  • Prof. Dr. Aletta Bonn, UFZ Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv), Leipzig
  • Prof. Dr. Sabine Gabrysch, WBGU, Charité, PIK

Moderation: Maike Voss, Deutsche Allianz Klimawandel und Gesundheit (KLUG)

 

Hintergrund

Die Covid-19-Pandemie hat uns gezeigt, wie verwundbar wir sind. Und wie eng verbunden mit der Natur. Gesundheit ist nicht selbstverständlich. Nehmen wir die Voraussetzungen eines gesunden Lebens ernst genug? Oder setzen wir als Zivilisation systematisch unsere Gesundheit aufs Spiel?

Gesunde Menschen als Teil einer gesunden Erde

In den letzten Jahrzehnten hat sich mit steigendem Wohlstand die menschliche Gesundheit weltweit verbessert, aber nicht alle Menschen haben davon profitiert. In ärmeren Bevölkerungsgruppen verursachen Infektionskrankheiten sowie Mütter- und Kindersterblichkeit weiterhin viel vermeidbares Leid. Zunehmend führen aber auch die Wohlstandsgewinne selbst zu negativen Auswirkungen auf die Gesundheit. Zum einen als ein „Zu viel des Guten“ durch Überkonsum von Nahrungsmitteln und Verdrängung körperlicher Bewegung aus dem Alltag, zum anderen als schädliche Nebenwirkungen in Form von Luftverschmutzung und Umweltgiften. In der Folge nehmen Zivilisationskrankheiten wie Übergewicht, Diabetes, Herz-Kreislauf- und Atemwegserkrankungen weltweit stark zu. Nicht zuletzt hat unsere ressourcenintensive Lebensweise mit ihrem immensen Ausstoß von Treibhausgasen, der Vernichtung natürlicher Lebensräume und der zunehmenden Verschmutzung an Land und im Meer zu einer planetaren Krise geführt. Sie bedroht die Lebensgrundlagen auf der Erde und damit die Gesundheit aller Menschen. Hitzewellen, Flutkatastrophen und Pandemien führen uns drastisch vor Augen, dass unsere Gesellschaft auf funktionierende Ökosysteme und ein stabiles Klima angewiesen ist. Die planetare Krise könnte zudem den Zusammenhalt unserer Gesellschaften gefährden und Gesundheitssysteme überfordern. In der Krise bietet sich aber auch die Chance, unsere Vorstellungen von Wohlstand und Fortschritt zu überdenken, Gewohnheiten zu durchbrechen und unsere Gesellschaften gerechter, nachhaltiger und gesünder zu gestalten. Weil die zunehmenden Umwelt- und Gesundheitsprobleme vielfach gemeinsame Wurzeln haben, können Synergien bei den Lösungsansätzen gefunden werden. Wir stehen an einem Scheidepunkt. Gesellschaft, Wirtschaft und Politik müssen Verantwortung übernehmen und eine umfassende Transformation in die Wege leiten, die zu einem gesunden menschlichen Leben auf einem gesunden Planeten führt.

Zehn zentrale Themen

Der WBGU hat in seinem Impulspapier zehn zentrale Themen identifiziert, die eng mit dem Thema Planetare Gesundheit zusammenhängen und dazu Fragen entwickelt. Diese Fragen sollen eine Debatte anregen und die daraus gewonnenen Einsichten und Anregungen das zu diesem Thema in Arbeit befindliche Hauptgutachten inspirieren.