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PRESSEERKLÄRUNG
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Neuartiger Ansatz zur Überwindung des klimapolitischen Stillstands Kassensturz vor Kopenhagen Berlin,
01. September 2009. Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) hat einen neuartigen Ansatz zur Bewältigung des Klimaproblems erarbeitet. Zentraler Bestandteil dabei ist die Einigung der Staatengemeinschaft auf eine Obergrenze für die noch zu emittierende Gesamtmenge an Kohlendioxid bis zum Jahr 2050. Mit diesem "Budgetansatz" können nach Ansicht der Wissenschaftler die im Dezember in Kopenhagen stattfindenden Klimaverhandlungen zum Erfolg geführt werden. "Der Budgetansatz ist einfach, transparent, gerecht und soll der internationalen Klimapolitik als Orientierungsrahmen dienen. Er kann die Verhandlungen auf dem Klimagipfel wesentlich erleichtern", sagt der WBGU-Vorsitzende Hans Joachim Schellnhuber. Das Gutachten trägt den Titel "Kassensturz für den Weltklimavertrag: Der Budgetansatz" und wird heute an die Bundesregierung übergeben. Der Budgetansatz des WBGU orientiert sich am Ziel, die globale Erwärmung auf 2°C zu begrenzen. Die Bedeutung dieser sog. "2°C-Leitplanke" wurde im Juli in L'Aquila von den 16 führenden Wirtschaftsmächten anerkannt. Nach Ansicht des WBGU kommt es nach diesem wichtigen Zwischenschritt jetzt darauf an, diese Temperaturgrenze völkerrechtlich verbindlich zu vereinbaren. Dafür ist engagiertes und zielgerichtetes Handeln führender Staats- und Regierungschefs erforderlich. Alle Staaten wären gefordert, auf der Grundlage der noch erlaubten nationalen Kohlendioxidmengen nachhaltige und überprüfbare Strategien für eine klimaverträgliche Wirtschaftsweise zu entwickeln. Die Industrieländer müssen aufgrund ihrer höheren Emissionen in der Vergangenheit die Entwicklungs- und Schwellenländer mit Finanz- und Technologietransfer dabei unterstützen. Bis zum Jahr 2050 dürfen global nicht viel mehr als 750 Mrd. t Kohlendioxid aus der Nutzung fossiler Energieträger ausgestoßen werden, um einen gefährlichen Klimawandel noch zu vermeiden. Gegenwärtig werden weltweit jährlich 30 Mrd. t Kohlendioxid ausgestoßen. Setzt sich der Kohlendioxidausstoß auf heutigem Niveau fort, wäre das Globalbudget daher schon in etwa 25 Jahren ausgeschöpft. Noch steigen die Emissionen von Jahr zu Jahr an. Der WBGU rät dringend dazu, spätestens ab 2020 zu weltweit sinkenden Emissionen zu kommen. "Damit hat ein Wettlauf gegen die Zeit begonnen", so Schellnhuber weiter. Eine weitere Verzögerung würde später so drastische Maßnahmen erforderlich machen, dass ein gefährlicher Klimawandel kaum noch zu verhindern wäre. Ein einmal erfolgter Klimawandel ist über viele Jahrhunderte nicht rückgängig zu machen. Der WBGU zeigt, dass Klimapolitik einen Umbau zu einer klimaverträglichen Weltwirtschaft bedeutet und welche Rahmenbedingungen und Anreize dafür geschaffen werden müssen. Zusätzlich zur Festlegung von noch erlaubten CO2-Budgets für alle Länder sind der Ausbau eines globalen Emissionshandels, die Förderung von Technologiepartnerschaften sowie Kooperation zwischen Hoch- und Niedrigemissionsländern erforderlich. Zur Kontrolle dieser Mechanismen sowie der Dekarbonisierungsstrategien einzelner Länder soll eine Weltklimabank eingerichtet werden.
Übergabe des Sondergutachtens "Kassensturz für den Weltklimavertrag – Der Budgetansatz" in der Bundespressekonferenz V.l.n.r.: Dr. Inge Paulini (WBGU-Generalsekretärin), Prof. Dr. Reinhold Leinfelder (WBGU-Mitglied), Prof. Dr. Sabine Schlacke (WBGU-Mitglied), Erich Stather (Staatssekretär im BMZ), Matthias Machnig (Staatssekretär im BMU), Prof. Dr. Dirk Messner (stellv. WBGU-Vorsitzender), Prof. Dr. Frieder Meyer-Kramer (Staatssekretär im BMBF), Prof. Dr. Stefan Rahmstorf. Bitte richten Sie Ihre Rückfragen an: Geschäftsstelle
WBGU Tel. 030 263948
12 Diese Presseerklärung und alle Gutachten können im Volltext aus dem Internet bezogen werden (http://www.wbgu.de/). |
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