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Die Anrechnung
biologischer Quellen und Senken im Kyoto-Protokoll: Fortschritt
oder Rückschlag für den globalen Umweltschutz?
WBGU,
Bremerhaven, © 1998
76 Seiten
ISBN 3-9806309-0-0
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Das
Kyoto-Protokoll zur Klimarahmenkonvention, das im Dezember 1997
in Kyoto beschlossen wurde, enhält erstmals quantifizierte,
rechtlich verbindliche Verpflichtungen für Industriestaaten
zur Begrenzung und Minderung der Emission von Treibhausgasen. Es
berücksichtigt dabei auch die Funktion biologischer Systeme
als Quellen und Senken von Treibhausgasen. Diese Verrechnung von
Quellen und Senken terrestrischer Ökosysteme mit Verpflichtungen
zur Reduktion von Emissionsn war während der Verhandlungen
für das Kyoto-Protokoll äußerst umstritten.
Im vorliegenden Sondergutachten 1998
bewertet der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale
Umweltveränderungen (WBGU) das Kyoto-Protokoll im Hinblick
auf die Anrechnung biologischer Quellen und Senken im Kyoto-Protokoll.
Die Idee einer Verbindung von Klima- und Senkenschutz wird vom Beirat
grundsätzlich befürwortet. Die Art der Anrechnung von
biologischen Quellen und Senken, wie sie im Kyoto-Protokoll geregelt
wird, bewertet der Beirat allerdings als unzureichend und verbesserungsbedürftig,
um dem Klimaschutz und dem Schutz der biologischen Vielfalt gemeinsam
zu dienen. Die derzeitigen Anrechnungsmodus kann zu negativen Anreizen
sowohl für den Klimaschutz als auch für den Schutz der
Biodiversität und der Böden führen. Auch ist die
durch terrestrische Senken erreichbare Reduktion der Netto-Emissionen
mit vielen Unsicherheiten und Unwägbarkeiten verbunden. Schon
bei geringfügigen Klimaänderungen können Senken zu
Quellen werden. Die energiebedingten Emissionen können langfristig
nicht durch die terrestrische Biosphäre kompensiert werden.
Der Beirat analysiert im vorliegenden
Sondergutachten zunächst die Regelungen des Kyoto-Protokolls
und stellt den Wissensstand über die Quellen- und Senkenpotentiale
terrestrischer Ökosysteme sowie über die bestehenden Unsicherheiten
und offenen Fragen dar. Dies ist die Grundlage für eine Bewertung
der Regelungen im Kyoto-Protokoll sowie für Empfehlungen für
die Interpretation und weitere Handhabung.
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