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Herausforderung
Globaler Wandel
Die Eingriffe des Menschen in die natürliche Umwelt haben ein globales
Ausmaß erreicht. Besonders der Klimawandel, der Verlust biologischer
Vielfalt, die Bodendegradation sowie die Verknappung und Verschmutzung
von Süßwasser zählen zu den weltweit voranschreitenden
kritischen Veränderungen der natürlichen Umwelt. Beschleunigt
werden diese Eingriffe in die natürliche Umwelt durch die anhaltende
Ausbreitung nicht nachhaltiger Lebensstile, die anhaltende absolute
Armut sowie das Bevölkerungswachstum. Eine Folge globaler Umweltveränderungen
ist die wachsende Verwundbarkeit vor allem der Entwicklungsländer
gegenüber Naturkatastrophen, Nahrungskrisen und Erkrankungsrisiken.
Umweltzerstörung ist daher auch zu einer Sicherheitsfrage geworden.
Die Herausforderung für Wissenschaft und Politik liegt in der neuen
Qualität dieser weltweit wirksamen Eingriffe des Menschen in das
System Erde. Mit globaler Umwelt- und Entwicklungspolitik, die sich
am Leitbild der nachhaltigen Entwicklung orientiert, sollen diese Probleme
bewältigt werden.
Wissenschaftliche Politikberatung
Viele politische Entscheidungen müssen getroffen werden, ohne dass
das komplexe Wirkungsgefüge globaler Umwelt- und
Entwicklungsprobleme in allen Einzelheiten verstanden ist. Ein Beispiel
ist der Klimawandel: Der Anstieg der weltweit gemittelten Temperatur
als Folge emittierter Treibhausgase ist wissenschaftlich gesichert,
doch die regionalen Auswirkungen sind vielfältig und nur teilweise
vorhersehbar. Der transdisziplinär arbeitende Wissenschaftliche
Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) kann
den politischen Entscheidungsträgern Orientierung bieten. Er
schätzt trotz bestehender Unsicherheiten Gefahren ein und bestimmt
Leitplanken, deren Überschreitung vermieden werden sollte.
Politikberatung zum Globalen Wandel dient also dazu,
Entscheidungsträgern das Handeln unter Unsicherheit zu
erleichtern. Dabei geht es insbesondere um vorsorgende Optionen, bei
denen unumkehrbare, gravierende Schäden für Mensch und Natur
vermieden werden. Auch bisher unterschätzte oder kaum
wahrgenommene Risiken können vom WBGU rechtzeitig ins Rampenlicht
von Politik und Öffentlichkeit gerückt werden.
Internationale Zusammenarbeit
Die Bewältigung globaler Umwelt- und Entwicklungsprobleme erfordert
internationale Zusammenarbeit. Die Rio-Konferenz war hierfür ein
entscheidender Meilenstein. Mit der AGENDA 21 und den globalen Umweltkonventionen
zu Klima, biologische Vielfalt und Bekämpfung der Desertifikation
wurden entscheidende Prozesse auf den Weg gebracht. Auf dem Millennium-Gipfel
2000 und dem Weltgipfel für Nachhaltige Entwicklung 2002 in Johannesburg
wurde der internationale Zielkatalog für Umwelt und Entwicklung
mit konkreten Zeithorizonten versehen. All diese Politikprozesse werden
vom WBGU beobachtet und bewertet. Mit Gutachten und Politikpapieren
hat er zu zahlreichen Anlässen Empfehlungen für die Bundesregierung
vorgelegt.
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