Der Auftrag des WBGU

Politikberatung zum Globalen Wandel

 

Der Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) wurde 1992 im Vorfeld der Konferenz der Vereinten Nationen über Umwelt und Entwicklung („Erdgipfel von Rio“) von der Bundesregierung als unabhängiges wissenschaftliches Beratergremium eingerichtet. Seine Hauptaufgaben sind:

  • globale Umwelt- und Entwicklungsprobleme zu analysieren und darüber in Gutachten zu berichten,
  • nationale und internationale Forschung auf dem Gebiet des Globalen Wandels auszuwerten,
  • im Sinne von Frühwarnung auf neue Problemfelder hinzuweisen,
  • Forschungsdefizite aufzuzeigen und Impulse für die Wissenschaft zu geben,
  • nationale und internationale Politiken zur Umsetzung einer nachhaltigen Entwicklung zu beobachten und zu bewerten,
  • Handlungs- und Forschungsempfehlungen zu erarbeiten und
  • durch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit das Bewusstsein für die Probleme des Globalen Wandels zu fördern.

 

Die Themen der alle zwei Jahre erstellten Hauptgutachten werden vom Beirat selbst gewählt. Die Bundesregierung kann den WBGU mit der Erstellung von Sondergutachten und Stellungnahmen beauftragen.

Globaler Wandel

Herausforderung Globaler Wandel

Die Eingriffe des Menschen in die natürliche Umwelt haben ein globales Ausmaß erreicht. Besonders der Klimawandel, der Verlust biologischer Vielfalt, die Bodendegradation, die Verknappung und Verschmutzung von Süßwasser sowie die Übernutzung der Meere zählen zu den weltweit voranschreitenden kritischen Veränderungen der natürlichen Umwelt. Diese Veränderungen werden durch die Ausbreitung nicht nachhaltiger Lebensstile und Produktionsweisen sowie eine steigende Energie- und Ressourcennachfrage verursacht und beschleunigt. Auch absolute Armut und Bevölkerungswachstum sind wichtige Faktoren. Eine Folge dieses Globalen Wandels ist die wachsende Verwundbarkeit aller Gesellschaften. Neben Industrieländern sind vor allem die am wenigsten entwickelten Länder gegenüber Naturkatastrophen, Nahrungskrisen und Erkrankungsrisiken anfällig. Dadurch werden zunehmend Entwicklungschancen behindert und globale Sicherheits- und Gerechtigkeitsfragen aufgeworfen. In den letzten Jahren wurde daher immer deutlicher, dass die globalen Umwelt- und Entwicklungsprobleme nur durch eine grundlegende Transformation bisheriger Wirtschaftsweisen zu bewältigen sind. Den Globalen Wandel nachhaltig zu gestalten, ist die große Herausforderung für Politik und Wissenschaft.


Wissenschaftliche Politikberatung

Viele politische Entscheidungen müssen getroffen werden, ohne dass das komplexe Wirkungsgefüge globaler Umwelt- und Entwicklungsprobleme in allen Einzelheiten verstanden ist. Der interdisziplinär arbeitende Wissenschaftliche Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen (WBGU) bietet den politischen Entscheidungsträgern Orientierung. Er vermittelt komplexe Zusammenhänge, schätzt Risiken ein und schlägt ökologische wie sozioökonomische „Leitplanken” vor, deren Überschreitung vermieden werden sollte. Politikberatung zum Globalen Wandel dient also dazu, eine fakten- und wissensbasierte politische und gesellschaftliche Auseinandersetzung zu ermöglichen sowie Entscheidungsträgern das Handeln unter Unsicherheit zu erleichtern. Dabei geht es insbesondere um vorsorgende Optionen, bei denen unumkehrbare, schwer wiegende Schäden für Mensch und Natur vermieden werden.


Internationale Zusammenarbeit

Die Bewältigung des Globalen Wandels erfordert eine verstärkte internationale Zusammenarbeit. Mit der UN-Konferenz über Umwelt und Entwicklung („Erdgipfel von Rio de Janeiro“), der Agenda 21 und den globalen Abkommen zu Klima, biologischer Vielfalt und Bekämpfung der Desertifikation wurden 1992 entscheidende Prozesse auf den Weg gebracht. Weitere Meilensteine der internationalen Umwelt- und Entwicklungspolitik sind die Verabschiedung der Sustainable Development Goals und des Pariser Klimaschutzabkommens im Jahr 2015. Diese Politikprozesse werden vom WBGU beobachtet und bewertet.