Welt im Wandel – Grundstruktur globaler Mensch-Umwelt-Beziehungen

Hauptgutachten 1993
Wissenschaftlicher Beirat der Bundesregierung Globale Umweltveränderungen

Economica Verlag, Bonn, © 1993


Auch nach dem Umweltgipfel in Rio de Janeiro ist bei den bedrohlichen globalen Umweltveränderungen keine Trendwende in Sicht. Unbesonnene Wirtschaftstätigkeit und die wachende Zahl der Menschen bedrohen, schädigen, ja zerstören weltweit viele natürliche Lebenräume. Langfristig gefährdet sich die Menschheit selbst in ihrem Überleben. Globale Umweltveränderungen haben andere Ursachen und zeigen viel komplexere Wirkungen als die meisten nationalen Umweltprobleme: Emissionen in den Industrieländern führen beispielsweise zu Änderungen des globalen Klimas. Betroffen von diesen Klimaänderungen sind aber ganz andere Länder, etwa durch Ernteausfälle oder einen Anstieg des Meeresspiegels an ihren Küsten.
     Die Bundesregierung hat im Jahr 1992 den Wissenschaftlichen Beirat "Globale Umweltveränderungen" eingesetzt. Er soll in Jahresgutachten durch Empfehlungen zu politischem Handeln und zum Forschungsbedarf den nationalen Beitrag zum Einleiten einer Trendwende formulieren und eine Umsetzungsstrategie entwickeln.
     Im ersten Jahresgutachten 1993 beschreibt der Beirat die enge globale Vernetzung von Mensch und Natur, Gesellschaft und Umwelt. Globale Umweltziele und die weitere wirtschaftliche Entwicklung müssen besser aufeinander abgestimmt werden: Die Umweltpolitik muß, bei uns wie bei den Entwicklungsländern, die globalen Umweltwirkungen weit stärker als bisher in die Rahmendaten des Wirtschaftens einbeziehen. Der Beirat gibt mit Blick auf die Haupttrends

–   Zunahme der Weltbevölkerung
–   Langfristig veränderte Zusammensetzung der Atmosphäre
–   Verlust an biologischer Vielfalt
–   Schädigung und Verlust von Boden


einige übergreifende Empfehlungen:

–   Erhöhung der Entwicklungshilfe Deutschlands auf 1%
     des Bruttosozialprodukts bei Neudefinition der Gruppe
     der "Entwicklungsländer" unter Einbeziehung von
     Regionen des ehemaligen Ostblocks.

–   Rasche Umsetzung der Klimakonvention, d.h.
     Reduzierung der CO2-Emissionen, und zwar bevorzugt
     durch eine weltweite Zertifikats-Lösung; parallel dazu
     erhöhte und weckgebundene Finanztransfers zum
     Schutz der tropischen Wälder.

–   Sensibilisierung der Bürger für globale Umweltprobleme
     sowie Programme zur Förderung umweltverträglichen
     Handelns.

 

 

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Abbildungen

 

Presseerklärung

 

Reaktionen der Bunderegierung