Keine Entwicklung ohne Umweltschutz: Empfehlungen zum Millennium+5-Gipfel


Politikpapier 4
zum Millennium+5-Gipfel vom 14.–16. September 2005

WBGU, Berlin, 2005
20 Seiten (download als pdf, 440 KB), vergriffen, ISBN 3-936191-09-3

 

Auf dem Millennium+5-Gipfel stehen die Erreichung der Millenniums-Entwicklungsziele (MDGs) und die Handlungsfähigkeit der Vereinten Nationen auf dem Prüfstand. Der Gipfel bietet die Chance, die internationale Armutsbekämpfung neu auszurichten und eine Reform der UN anzustoßen. Scheitern die MDGs, droht der internationalen Zusammenarbeit eine Krise. In der aktuellen Debatte zur Armutsbekämpfung werden Umweltprobleme vernachlässigt, die aber in vielen Entwicklungsländern die Armut verschärfen. Daher sollte sich die Staatengemeinschaft auf die Botschaft der Konferenz von Rio de Janeiro 1992 besinnen: Umwelt und Entwicklung gehören untrennbar zusammen. Die Kernempfehlungen des WBGU:

  • Armutsbekämpfung und Umweltpolitik verknüpfen: Ohne Umweltschutz sind die MDGs nicht erreichbar. Umweltpolitik ist daher Voraussetzung für Entwicklung und muss zentrales Element jeder langfristigen Strategie der Armutsbekämpfung werden. Umgekehrt kann ohne Entwicklungspolitik die globale Umwelt nicht geschützt werden.
  • Strategische Partnerschaften mit Ankerländern eingehen: Entwicklungsländer wie China, Brasilien oder Indien spielen aufgrund ihrer Größe und ökonomischen Dynamik eine Schlüsselrolle sowohl für globale Umweltveränderungen als auch für die Bekämpfung der Armut. Daran sollte die Zusammenarbeit mit dieser Ländergruppe strategisch ausgerichtet werden.
  • Architektur der Entwicklungs- und Umweltpolitik reformieren: Die Arbeitsteilung in der internationalen Entwicklungspolitik sollte verbessert und die Fragmentierung der multilateralen Entwicklungs- und Umweltinstitutionen überwunden werden. Mittelfristig sollte ein neuer Rat für Globale Entwicklung und Umwelt an die Stelle des Wirtschafts- und Sozialrats (ECOSOC) treten.
  • Anstrengungen zur Finanzierung verstärken: Die Staatengemeinschaft sollte stärker in Armutsbekämpfung und Umweltschutz investieren: Die Kosten des Nicht-Handelns wären erheblich höher. Neben der Steigerung der Mittel für die Entwicklungszusammenarbeit sollten neue Finanzierungsinstrumente eingeführt werden, z. B. Nutzungsentgelte für globale Gemeinschaftsgüter.

 

 

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